Land und Leute
Die Insel ist seit mindestens zwei Jahrtausenden bewohnt. Ihre heutigen Bewohner haben den Spitznamen Conejeros (abgeleitet von conejo, Kaninchen).
Vor der spanischen Eroberung war Lanzarote von den Mahos bevölkert, einem Berbervolk.
Die Mahos lebten vom Weideland, von Schalentieren der Meeresufer, sie sammelten Früchte und hatten eine sehr beschränkte Landwirtschaft, in deren Mittelpunkt der Weizenanbau stand. Sie kannten kein Metall und hatten die Kenntnisse von der Meeresschifffahrt verloren. Sie lebten in Höhlen oder halb eingegrabenen Hütten (casas hondas) aus Stein, sie kleideten sich mit ungegerbten Ziegenfellen und ernährten sich von Gofio, Ziegenfleisch und Fisch. Fast alle Chroniken beschreiben ihren friedlichen und gastfreundlichen Charakter und ihre Vorliebe für Musik und Tanz.
Aufgrund der spanischen Kolonisation und der Zwischenaufenthalte von Schiffen, die aus Afrika, Europa und Amerika kamen, ist die Bevölkerung von Lanzarote heute eine Mischung aus Eingeborenen und Mahos einerseits und aus kastilischen, andalusischen, portugießischen, genuesischen, flämischen, normannischen, britannischen Einwanderern andererseits.
Die Tatsache, dass die Insel einen Zwischenaufenthalt auf dem Ozean bietet, hat den Charakter ihrer Bewohner beeinflusst und sie zu einem offenen Volk gemacht, dessen Identität sich auf halben Weg zwischen diesen drei Kontinenten situiert. Die Bewohner von Lanzarote wurden früher Conejeros genannt, wegen der großen Zahl von Kaninchen (conejos), die es auf Lanzarote gab, und deren Felle im 19. Jahrhundert nach Teneriffa exportiert wurden. Die Bewohner der anderen Inseln, nennen sie immer noch so. Die traditionellen Tätigkeiten wie Landwirtschaft und Fischerei beschäftigen heutzutage nur noch eine geringe Zahl von Lanzaroteños.
Es gibt eine große Töpfer- und Korbflechtertradition deren Produkte aus Palmblättern und anderen Pflanzenfasern hergestellt werden, sowie ein vielfältiges und renommiertes Textil-Handwerk.
Die Töpferarbeiten bestehen vor allem aus Gefäßen, Lampen und Kochtöpfen aus Ton oder Lehm, mit einfachen Instrumenten oder mit der Hand geformt. Wegen ihrer Originalität sind die "Novios de El Mojón" zu erwähnen, Ein Figurenpaar mit ausgeprägten Geschlechtsmerkmalen, das früher die Brautpaare untereinander austauschten.
Die Pflanzenfasern ermöglichen Korbflechtarbeiten aus Binsen, Palmblättern, Palmherzen, und Roggenstroh, während im textilen Bereich die Webarbeiten, Hohlsaumstickerei, Stickerei, Häkel- und Strickarbeiten verwurzelt sind.
Charakteristisch für die Insel ist die Flechtarbeit aus Palmblättern, mit denen man Matten, Taschen und das Utensil, das zum Formen des Käses benutzt wird, herstellt.
In Teguise werden die berühmten Timples, das typische Instrument Lanzarotes, gebaut, das aus der Zeit der Eroberer stammt. Ebenfalls interessant sind die Hohlsaumstickereien, Rosetten und Spitzen so wie die Bauernhüte aus Palmstroh.